Wandbilder von Herbert Tasquil

Herbert Tasquil entwarf in den „50-ern“ die vier Wandbilder.
Der Auftrag wurde von der Gemeinde Wien erteilt, um die Kunst im öffentlichen Raum zu fördern. Heute stellen die vier Wandbilder eine Besonderheit dar, auch das Ensemble der Volksschule, die nach den Plänen von Architekt Prof. Oswald Haerdtl errichtet wurde, steht unter Denkmalschutz.

In den vorangegangenen Monaten wurden drei Bilder von Mag. Brigitte Rindler-Trieb restauriert und ein fehlendes Wandbild von Mag. Franz Vana rekonstruiert. 

Auszüge aus einem Artikel von Gerhard Schmidt In: Alte und moderne Kunst, 2.Jg./6/1957/S.25ff

Im obersten Stockwerk schließlich wieder ein „Kampf“; der Angriff erfolgt diesmal von rechts, von wo eine „Täter“-Figur (Jäger oder Raubtier) zum kraftvoll ruhenden Bukranion und zum doppelhälsig witternden Kleintier hinüberzielt; in der Mitte aber die friedenstiftende Erscheinung, die Sprung (oder Schuss) mit beschwörender Geste bannt und so die ewige Spannung für den Augenblick in Schwebe hält.“

„Der zweite Stock bringt eine neue Variante, in der dem Mittelmotiv eine besondere, auch dreidimensional zu erlebende Expansionskraft eignet. Man ahnt hier pflanzliche Entwicklungen,
wobei das linke Gebilde in keimhafter Ruhe reift, während das rechte kraftstrotzend ausbricht.“

„Im ersten Stock wird dann die gleiche Spannung vermenschlicht und in  geistige Bereiche transportiert. Vor einer Tempelfront, deren mächtiger Säulenschritt die Szene abschließt, gebietet eine hoheitsvolle Figur einer anderen, willenlos flutenden; dieser ist   ein   verströmender, jener ein tektonisch streng gegliederter Lebensraum zugewiesen; die Gitterform rechts verharrt indifferent in unfruchtbarem rationalem Ebenmaß: dem Gefühlsbereich auferlegt, doch seiner Bewältigung unfähig.“

Im Erdgeschoß wird dieses Verhältnis zunächst nur „an sich“ vorgeführt: eine differenzierte und aggressive Form links steht einer defensiv versammelten rechts gegenüber; zwischen beiden entwickelt sich ein gleichsam architektonisches Motiv, dessen ruhigerer Aufbau im Kraftfeld solcher Gegensätzlichkeit einen Moment eben erreichter und schon wieder gefährdeter Harmonie repräsentiert.“