Dr. Lise Meitner

 

Österreichisch-schwedische Kernphysikerin
 und zweite Frau in Deutschland, die sich in Physik habilitierte
Lehrerin für Französisch, Mathematik und Physik 

Geb.: 17.November 1878 in Wien
Gest.:  17.Oktober 1969 in Cambridge

Volksschule Czerninplatz von 1884 bis 1889 und Bürgerschule Czerninplatz von 1889 bis 1892.
Im 19. Jahrhundert  war es nicht üblich, dass Frauen an der Universität studierten und noch dazu Mathematik und Physik. Die Matura konnte sie nur im häuslichen Privatunterricht erwerben. Das Jahreszeugnis des ersten Jahres der Bürgerschule zeigt deutlich die Begabung von Lise Meitner. In den acht Wissensfächern wurde sie mit „Sehr gut“ beurteilt und in einem für Frauen der damaligen Zeit sehr wesentlichen Gegenstand, wie „weibliches Handarbeiten“ erhielt sie nur ein „Genügend“.
Im Jahre 1907 übersiedelte sie nach Berlin an das Max-Planck-Institut, wo sie an der Seite von Otto Hahn dreißig Jahre lang forschte und lehrte.
Durch ihre wissenschaftliche Arbeit hat sie einen wesentlichen Anteil an der Entdeckung der Kernspaltung.
Lise Meitner und Otto Hahn wurden 1935 für einen gemeinsamen Nobelpreis vorgeschlagen, jedoch die politische Situation in Deutschland zwang sie – aufgrund ihrer jüdischen Herkunft - 1938 zur Flucht nach Schweden. 
Die Österreichische Akademie der Wissenschaften verlieh ihr 1925 den Ignaz-Lieben-Preis.  
Im Jahre 1967 erhielt sie das Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, die bedeutendste Auszeichnung, die österreichische Wissenschaftler verliehen bekommen. Lise Meitner erhielt in Laufe ihres Lebens zahlreiche Ehrendoktorate und viele Ehrungen.  
Über das Privatleben von Lise Meitner ist nicht viel bekannt. Sie liebte die Natur und zog sich zum Nachdenken über theoretische Probleme gerne in den Wald zurück. Neben ihrer Forschung galt ihr persönliches, aber doch sehr zurückhaltendes Engagement vor allem dem Einsatz für den Frieden, die bedachte Nutzung der Kernenergie sowie Gleichberechtigung der Frauen in den Wissenschaften.

Nach oben